12. Juli 1892, ein Morgen am Bahnhof. Eine 34-jährige Lehrerin aus dem bernischen Oberaargau steigt in den Zug. Allein. In der Hand ein einziger Koffer, im Kopf ein Versprechen, das sie sich selbst gegeben hat: zehn Jahre um die Welt – auf den Tag genau. Die Nachbarn tuscheln, die Zeitungen später auch. Denn was damals als Skandal galt, wurde eine der schönsten Schweizer Reisegeschichten überhaupt. Ihr Name: Lina Bögli.
Wer war Lina Bögli?
Geboren 1858 in eine arme Bauernfamilie bei Herzogenbuchsee, steht Lina schon als Kind vor der Wahl: anpacken oder untergehen. Sie packt an. Sie hütet fremde Kinder, bringt sich abends selbst Sprachen bei und kämpft sich zur Lehrerin hoch – in einer Zeit, in der man Frauen weder ein Studium noch eine eigene Meinung zutraut. Bildung ist ihr Ticket in die Welt. Und die Welt? Die bekommt sie.
Zehn Jahre allein unterwegs – als Frau im 19. Jahrhundert
Man muss sich das kurz vorstellen: keine Buchungsportale, keine Apps, kein Notfallknopf. Nur Schiffspassagen, Briefe und ein gutes Bauchgefühl. Von 1892 bis 1902 reist Lina durch Australien, Samoa, Hawaii, die USA und Kanada. Wird das Geld knapp, bleibt sie einfach eine Weile, unterrichtet Sprachen, spart – und zieht weiter. Immer nach ihrem Lebensmotto: «Vorwärts!» Und dann das: Auf den Tag genau zehn Jahre nach ihrer Abreise steht sie wieder daheim. Pünktlich. Versprochen ist versprochen.
«Vorwärts»: das Buch, das die Welt eroberte
1905 erscheinen ihre Reisebriefe als Buch: «Vorwärts» auf Deutsch, «Forward» auf Englisch. Plötzlich liest halb Europa, was eine Bauerntochter aus dem Oberaargau erlebt hat – und kann nicht mehr aufhören. Das Buch wird ein internationaler Bestseller. Mit 52 bricht Lina noch einmal auf, über Sibirien nach Japan und China, und schreibt «Immer vorwärts». Wer heute darin blättert, spürt sofort: Diese Frau hatte keine Angst vor der Welt. Höchstens die Welt ein bisschen vor ihr.
Warum unsere Assistentin Lina heisst
Ganz ehrlich: Wir hätten unserer Assistentin irgendeinen Namen geben können. Aber Mut, Neugier und die Überzeugung, dass Reisen allen offensteht – nicht nur denen mit dem grössten Budget –, das ist genau das, woran wir bei Reisedrop glauben. Deshalb heisst sie Lina. Sie begleitet dich rund um die Uhr in 8 Sprachen durch Buchung, Umbuchung und Storno – im Chat unten rechts. Und ja: Sie ist mindestens so hartnäckig wie ihr Vorbild.
Das Lina-Bögli-Zentrum in Herzogenbuchsee
Wer Lina begegnen will, reist am besten dorthin, wo alles begann: nach Herzogenbuchsee. Das Lina-Bögli-Zentrum hält ihre Geschichte lebendig – mit Ausstellung, Veranstaltungen und Originaldokumenten aus einem Leben, das man heute noch kaum glauben kann. Alle Infos findest du auf lina-boegli.ch. Unser Tipp: hinfahren, staunen – und danach selber losziehen.
Reisen wie Lina – heute in Minuten statt Jahren
Lina brauchte zehn Jahre, unzählige Briefe und eiserne Disziplin, um ihre Reise um die Welt zu organisieren. Du brauchst dafür heute genau eine Suche. Reisedrop vergleicht Flüge, Hotels, Kreuzfahrten und Aktivitäten in Sekunden, zeigt dir den besten Buchungszeitpunkt und meldet sich per Preisalarm, bevor die Preise steigen. Der Rest – das Staunen, das Losziehen, das «Vorwärts!» – bleibt zum Glück deine Aufgabe.

Carmen · Reisedrop Magazin · 2026-09-30 · Lesezeit ca. 7 Minuten