Es gibt diesen einen Moment im September, den man nicht vergisst: Man liegt abends um halb acht noch im Meer, das Wasser hat 26 Grad, der Strand gehört einem fast allein – und man fragt sich ernsthaft, warum um alles in der Welt man je im Juli hierher gefahren ist. Wir sagen es geradeheraus: Der September ist der beste Reisemonat des Jahres. Und die gute Nachricht: Er ist noch nicht vorbei.
Das Meer ist jetzt wärmer als im Juni
Klingt komisch, ist aber Physik: Das Mittelmeer speichert die Sommerhitze wie eine riesige Badewanne. Vor Mallorca, Sardinien oder Kreta hat das Wasser jetzt 25 bis 27 Grad – im Juni waren es teils fünf Grad weniger. Die Luft? Angenehme 26 bis 30 Grad, ohne diese bleierne Mittagshitze, bei der man sich zwischen 12 und 16 Uhr nur noch von Schatten zu Schatten rettet. Man kann im September tatsächlich wieder etwas unternehmen. Wandern auf dem Küstenpfad. Städtchen anschauen. Mittagessen in der Sonne, ohne zu schmelzen.
Die Rechnung geht plötzlich auf
Mit dem Schulanfang kippen die Preise – und zwar deutlich. Das Hotel, das Anfang August frech 280 Franken pro Nacht wollte, ist jetzt für 160 zu haben, manchmal weniger. Bei den Flügen dasselbe Bild: Unter der Woche fliegt man ab Zürich teils für unter 100 Franken nach Palma oder Nizza. Unsere Preisdaten zeigen es Jahr für Jahr: Zwischen der letzten August- und der dritten Septemberwoche fallen die Mittelmeer-Preise im Schnitt um gut einen Drittel. Wer jetzt bucht, macht schlicht den besseren Deal – für die identischen Strände.
Wohin denn nun? Drei ehrliche Favoriten
Sardinien, weil die Costa Rei im September aussieht wie die Karibik und sich anfühlt wie ein Geheimnis. Die griechischen Inseln – Naxos und Paros vor allem –, weil die Tavernen jetzt wieder Zeit für einen Schwatz haben und der Wein am Hafen einfach besser schmeckt, wenn nebenan kein Junggesellenabschied grölt. Und die türkische Riviera für alle, die es gerne noch richtig warm haben: Dort bleibt es bis in den Oktober bei 30 Grad, und das Preis-Leistungs-Verhältnis der Hotels muss man gesehen haben, um es zu glauben. Übrigens: Auch Nizza und die Amalfiküste, im Hochsommer hoffnungslos überlaufen, werden im September wieder zu dem, was sie eigentlich sind – wunderschön.
Spontan sein lohnt sich ausnahmsweise
Der September ist der eine Monat, in dem Last-Minute wirklich funktioniert. Die Hotels haben Kapazität, die Flieger auch, und niemand konkurriert mit dir um das letzte Familienzimmer. Ein verlängertes Wochenende reicht schon: Donnerstag hin, Montag zurück, vier Nächte Meer. Fühlt sich an wie zwei Wochen Ferien, kostet einen Bruchteil davon. Und ja – das Wetter-Risiko existiert, ein Gewitter kann mal durchziehen. Es dauert dann einen Nachmittag, und danach riecht die Luft besser als je zuvor.

